Schiedsrichter aus Leidenschaft: Familie Weimer im Interview

Während Anne und Maik bereits mehrere Jahre Spiele leiten, hat Sohn Lucas kürzlich erfolgreich den FSA-Junior-Schiedsrichterlehrgang absolviert. Im Interview berichtet die Schiedsrichter-Familie über ihren Weg zur Pfeife, gemeinsame Erfahrungen und ihre Wünsche für die Zukunft.
Was hat euch damals motiviert, zur Pfeife zu greifen?
Maik: Als Fußballspieler hatte ich eine Wette laufen. Diese habe ich damals verloren und musste dann meinen Wetteinsatz – einen Schiedsrichterlehrgang – besuchen.
Anne: Während Corona gab es eine Infoveranstaltung zum Thema Schiedsrichter werden bei uns im Kreis. Diese wollte ich mir anschauen, verpasste es aber. Im Gespräch mit Maik und Leo Korn zweifelte ich, ob es überhaupt etwas für mich wäre. Während wir so diskutierten, schrieb Maik bereits mit Norman Ebert und machte quasi meine Anmeldung fertig.
Wie hat sich eure Leidenschaft für das Schiedsrichterwesen im Laufe der Jahre entwickelt?
Anne / Maik: Wir haben beide viel Spaß auf den Plätzen. Gerade da Maik selber früher im Kreis Fußball gespielt und viele Spieler kennt, ist es immer sehr angenehm, auf den Plätzen empfangen zu werden.
Wie ist es, wenn beide Elternteile als Schiedsrichter auf dem Platz stehen?
Lucas: Es ist schön, wenn ich mal mit Mama und Papa zusammen zum Fußball fahre. Da kann ich zuschauen und versuche etwas zu lernen oder mir abzuschauen.
War Fußball bei euch zu Hause schon immer ein großes Thema?
Anne / Maik: Ja, da Maik selbst Fußballer war und ich ihn damals immer zu den Spielen begleitet habe und später auch mit den Fußballfotos begonnen haben, waren und sind wir schon immer sehr fußballbegeistert.
Habt ihr euren Sohn bewusst in Richtung Schiedsrichter motiviert – oder kam der Wunsch von ihm selbst?
Lucas: Der Wunsch Schiedsrichter zu werden, kam von mir allein. Irgendwann habe ich Mama und Papa gefragt, als wir mal wieder bei einem Spiel waren, ab wann man Schiedsrichter werden kann. Nach Rücksprache mit Lehrwart Albert Lehmann habe ich mich entschlossen, im Winter den Lehrgang zu machen, da ich im Sommer 12 Jahre alt werde.
Wie stolz wart ihr, als euer Sohn die Prüfung des FSA-Junior-Schiri-Lehrgangs bestanden hat?
Anne / Maik: Kurz und knapp – wir sind megastolz.
Welche Tipps habt ihr ihm vor seiner ersten Spielleitung mitgegeben?
Anne / Maik: Er soll mutig sein, seine Entscheidungen zu treffen, Spaß zu haben und keine Angst haben, Fehler zu machen. Fehler gehören zum Lernprozess. Er soll respektvoll mit den Spielern umgehen.
Ward ihr bei seinem ersten Einsatz eher entspannte Eltern oder besonders kritisch?
Anne / Maik: Zu Beginn seines ersten Hallenturniers (Anmerkung: erste Ansetzungen waren Hallenturniere) waren wir etwas angespannt, nach den ersten Spielen dann etwas entspannter, da wir gemerkt haben, dass er das Gelernte anwenden kann.
Welche Herausforderungen bringt das Schiedsrichter-Dasein heute mit sich – gerade im Amateurbereich?
Anne / Maik: Der respektvolle Umgang zwischen Schiedsrichtern und Spielern. Bei guten Leistungen wird man respektiert, aber bei Fehlern muss man auch selbstkritisch genug als Schiedsrichter sein und den Fehler zugeben können (z.B. beim Plausch mit den Spielern).
Wie wichtig ist es aus eurer Sicht, jungen Nachwuchs für das Schiedsrichterwesen zu begeistern?
Anne / Maik: Sehr wichtig. Es ist wie in den Fußballvereinen – Nachwuchs wird immer gebraucht. Auch im Schiedsrichterwesen gibt es immer wieder Schiedsrichter, die z.B. aus verschiedenen Gründen aufhören und genau für solche Fälle benötigen wir Nachwuchs.
Was wünscht ihr euch von Spielern, Trainern und Zuschauern im Umgang mit jungen Unparteiischen?
Anne / Maik: Respekt und Verständnis für die Jung-Schiedsrichter! Viele Spieler und Trainer haben Verständnis, wenn ein Jung-Schiedsrichter auch mal eine Fehlentscheidung trifft. Leider trifft dies nicht immer auf die Zuschauer zu, denn nur aus Fehlern können sie lernen und sich verbessern.
Welche Ziele habt ihr persönlich noch als Schiedsrichter – und was wünscht ihr eurem Sohn für seinen Weg?
Anne / Maik: Unser Ziel für die Zukunft ist einfach Spaß an den kommenden Spielen im Kreis. Und wir wünschen Lucas, dass er genauso viel Spaß und Freude am Pfeifen hat und dass er all seine Ziele, die er sich setzt, erreicht.




