C-Lizenz: Lehrgang zur Profilausbildung Kinder gestartet

Nach der Arbeit bleibt wenig Zeit bis zum Trainingsbeginn. 20 Kinder kommen mit unterschiedlichen Voraussetzungen auf den Platz, und vielleicht fehlt kurzfristig ein Tor. Trotzdem sollen möglichst alle viel spielen und etwas lernen. Die Referenten griffen solche Alltagsanforderungen gezielt auf. So konnten die Teilnehmenden von ihren eigenen Fragen und Lernbedürfnissen ausgehen und gemeinsam Lösungen für ihre Praxis entwickeln.
Die Trainingsphilosophie Deutschland gab dafür eine Orientierung: Freude, Intensität und Wiederholungen sind wichtige Schlüssel für die ganzheitliche Entwicklung von Kindern. Für die Trainingsplanung heißt das: Spielformen so gestalten, dass jedes Kind gern spielt, viel beteiligt ist und immer wieder Fußballaktionen erlebt. Kleine Spiele auf mehreren Feldern können dabei helfen – auch wenn Platz und Material begrenzt sind.
Vertreten waren der SV Eintracht Hohenwarthe, FC Victoria Wittenberg 2014, SV Mertendorf, Roter Stern Halle, die SG Buna Halle-Neustadt, TSG Grün-Weiß Möser, der SC Bernburg, MSV Börde 1949, die SG Blau-Weiß Neuenhofe, Union 1861 Schönebeck, der FC RSK Freyburg, Osterweddinger SV, VfB Germania Halberstadt, VfB Ottersleben und die SG Empor Waldersee. Ihre Erfahrungen und Möglichkeiten unterscheiden sich. Gerade das machte den Austausch wertvoll: Eine Idee aus einem Verein konnte für andere eine neue Frage oder einen Lösungsansatz eröffnen.
Vor dem Training: Kinder verstehen und Prioritäten setzen
Am dritten Präsenztag beschäftigten sich die Trainerinnen und Trainer damit, was Kinder in unterschiedlichen Entwicklungsphasen können und brauchen. Die Entwicklungstabelle für Kinder half ihnen, Merkmale der Altersklassen, Lernziele und Anregungen für das Training miteinander zu verbinden. Anschließend richteten sie den Blick auf die eigene Gruppe: Was begeistert diese Kinder? Welche Aufgaben können sie selbst lösen? Wo benötigen sie Orientierung oder Unterstützung?
In kleinen Gruppen entwickelten die Teilnehmenden Trainingseinheiten nach dem G-A-G-Modell. Sie wählten einen Schwerpunkt, planten Spielformen und besprachen ihre Ideen miteinander. Dabei übten sie, Prioritäten zu setzen: Was sollen die Kinder heute im Spiel erfahren? Wie bekommen möglichst alle viele Gelegenheiten dazu? Und wie lässt sich das mit der verfügbaren Zeit, dem Platz und dem Material ermöglichen?
Während des Trainings: beobachten und passend handeln
Am vierten Präsenztag stand eine weitere Anforderung aus dem Traineralltag im Mittelpunkt: Die Einheit ist geplant, doch sobald die Kinder spielen, entstehen neue Situationen. Manche verstehen eine Aufgabe sofort, andere benötigen Hilfe. Ein Kind ist häufig beteiligt, ein anderes findet kaum ins Spiel. Wie kann ich darauf reagieren, ohne das Spiel unnötig zu unterbrechen? Die Gegenüberstellung „Trainer vs. Coach“ gab den Teilnehmenden eine Orientierung für ihr Handeln: Wann ist eine klare Erklärung hilfreich? Wann regt eine Frage zum Nachdenken an? Und wann brauchen Kinder Zeit, um selbst eine Lösung zu finden? Beobachtungen und Rückmeldungen aus der Gruppe halfen, das eigene Verhalten aus weiteren Perspektiven zu betrachten.
Die C-Lizenz-Profilausbildung Kinder findet als Blended Learning mit einer Onlinephase und sechs Präsenztagen statt. An den beiden Tagen in Bernburg verbanden die Referenten fachliche Grundlagen mit den konkreten Anforderungen der Teilnehmenden. In der nächsten Präsenz richtet sich der Blick auf das Verhalten der Trainerinnen und Trainer am Spieltag.
Der Austausch zwischen den 15 Vereinen zeigte, wie viel Trainerinnen und Trainer voneinander lernen können. Sie arbeiten unter unterschiedlichen Bedingungen, teilen aber ein Ziel: Kindern mit Freude am Spiel viele intensive und wiederkehrende Fußballerfahrungen zu ermöglichen.



