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Frauen

FSA-Women's Week 2026: Zwei Trainerinnen starten durch

28.04.2026
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Robert Kegler
Foto: Verein
Im Rahmen der FSA Women’s Week rücken wir Frauen in den Mittelpunkt, die den Fußball mit Leidenschaft, Engagement und Herzblut prägen. Karolin Hartenstein und Kristina Hoffmann stehen exemplarisch für viele engagierte Trainerinnen, die Woche für Woche den Nachwuchs fördern, Kinder für Bewegung begeistern und dabei wichtige Werte wie Teamgeist, Fairplay und Selbstbewusstsein vermitteln.

Im Doppel-Interview sprechen die beiden Bambini-Trainerinnen des SV Hohenmölsen 1919 über ihren Weg an die Seitenlinie, ihre Erfahrungen als Frauen im Kinderfußball und ihre Vision für mehr Mädchen und Frauen auf dem Fußballplatz.



Wie seid ihr beide zum Fußball gekommen – und was hat euch schließlich ins Trainerinnenamt geführt?


Karolin: 2018 kam ich durch meinen älteren Sohn zum Fußball, als er beim SV Hohenmölsen 1919 begann. Über meinen Mann und einen Freund, die damals als Trainer aktiv waren, wurde ich schnell selbst Teil des Teams. Als später auch mein jüngerer Sohn alt genug war, habe ich die G-Junioren erneut mit aufgebaut.


Kristina: Durch meine beiden Söhne fand ich zum Fußball. Da es immer wieder an beständigen Trainerstrukturen fehlte, habe ich schließlich selbst die Initiative ergriffen und mich entschieden, Trainerin zu werden.


Was macht das Training mit den Jüngsten so besonders – und vielleicht auch herausfordernd?


Karolin: Besonders ist vor allem die große Freude der Kinder und ihre sichtbare Entwicklung. Kleine Gesten wie Umarmungen oder selbst gepflückte Blumen zeigen, wie viel man zurückbekommt. Gleichzeitig besteht die Herausforderung darin, das Training abwechslungsreich und spannend zu gestalten, da die Konzentration in diesem Alter noch schnell nachlässt.


Kristina: Die pure Begeisterung der Kinder – besonders nach einem Torerfolg – macht das Training einzigartig. Herausfordernd bleibt, die Kinder dauerhaft motiviert und konzentriert zu halten.


Welche Werte möchtet ihr den Kindern neben dem Fußball vermitteln?


Karolin: Mir sind Teamgeist, Zusammenhalt und Fairplay besonders wichtig. Die Kinder sollen lernen, füreinander da zu sein und zu verstehen, dass nicht immer nur das Gewinnen zählt. Vor allem soll der Spaß an Bewegung im Vordergrund stehen.


Kristina: Ich möchte Zusammenhalt, Teamfähigkeit, Fairplay und Respekt gegenüber Mitspielern, Gegnern, Schiedsrichtern und Trainern vermitteln.


Welche Rolle spielt es für euch, als Frauen im Kinderfußball aktiv zu sein?


Karolin: Für mich ist es selbstverständlich. Ich möchte zeigen, dass Frauen genauso kompetent Kinder trainieren und sich im Fußball ebenso behaupten können wie Männer.


Kristina: Es geht um Vorbildfunktion und darum, sichtbar zu machen, dass Fachwissen und Führungsstärke keine Frage des Geschlechts sind.


Nehmt ihr Unterschiede wahr, wie Trainerinnen im Vergleich zu Trainern wahrgenommen werden?


Karolin: Anfangs gibt es gelegentlich Skepsis, doch diese legt sich meist schnell. In unserem Verein erleben wir ein starkes Gemeinschaftsgefühl und Gleichberechtigung.


Kristina: Gerade im männerdominierten Fußball gibt es zunächst häufiger Zweifel. Gleichzeitig bringen Frauen oft zusätzliche Stärken wie Struktur und Organisation ein.



Warum ist es wichtig, mehr Frauen und Mädchen für den Fußball zu gewinnen?


Karolin: Fußball stärkt Selbstbewusstsein, Teamgeist, Führungsstärke und Durchhaltevermögen. Zudem ist er ein wichtiger Beitrag zur Gleichstellung und gibt Mädchen die Möglichkeit, ihr Können sichtbar zu machen.


Kristina: Fußball lebt von Vielfalt. Mehr Frauen und Mädchen schaffen zusätzliche Perspektiven, fördern Talente und bereichern die gesamte Vereinskultur.


Was möchtet ihr jungen Mädchen mitgeben, die überlegen, mit Fußball anzufangen?


Karolin: Habt Mut und probiert es aus. In jedem Mädchen steckt Stärke, Selbstbewusstsein und die Freude am Spiel.


Kristina: Traut euch! Der Fußballplatz gehört genauso den Mädchen wie den Jungs.


Was bedeutet euch die Women’s Week im Fokusjahr für mehr Frauen und Mädchen im Fußball?


Karolin: Ich finde es großartig, dass die Sichtbarkeit von Frauen und Mädchen im Fußball gestärkt wird. Besonders wichtig ist dabei auch die Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements. Hier wird jede helfende Hand gebraucht. Schön, dass die Leistungen der Frauen beim Fußball wertgeschätzt werden.


Kristina: Die Women’s Week bietet eine wertvolle Plattform für mehr Sichtbarkeit, Förderung und Gleichberechtigung im Fußball. Langfristig kann sie mehr Mädchen begeistern und bessere Chancen schaffen.


Was müsste passieren, damit sich noch mehr Frauen trauen, Trainerinnen zu werden?


Karolin: Barrieren müssen abgebaut, die Sichtbarkeit erhöht und die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt verbessert werden. Es braucht einen kulturellen Wandel in den Sportvereinen.


Kristina: Mehr sichtbare Vorbilder, unterstützende Netzwerke, flexiblere Ausbildungswege und bessere Rahmenbedingungen würden helfen, Hemmschwellen abzubauen.


Wenn ihr einen Wunsch für den Fußball frei hättet – welcher wäre das?


Karolin: Ein Traum für uns wäre auch eine reine Mädchenmannschaft, egal in welcher Altersklasse. Wir, der SV Hohenmölsen, sind stets mit vielen Aktionen dabei, die Lust zum Fußball zu wecken.


Kristina: Ich wünsche mir, dass unser Verein noch mehr Kinder – Jungen wie Mädchen – für den Fußball begeistert und langfristig ebenfalls eine Mädchenmannschaft entstehen kann.



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