FSA-Women’s Week: Leidenschaftliche Fußballbotschafterin aus der Altmark

Eine von ihnen ist Pia Lotta Hoffmann-Kurajew aus Krevese: Als Spielerin im Frauen- und Männerbereich für den Kreveser SV und das Frauenteam vom SV Eintracht Walsleben sowie als Schiedsrichterin vereint sie gleich mehrere Perspektiven auf den Fußball. Im Interview spricht sie über ihren persönlichen Weg in den Sport, ihre Erfahrungen auf und neben dem Platz sowie über die Chancen und Herausforderungen des Frauenfußballs.
Pia, erzähl kurz: Wie bist du zum Fußball gekommen?
Meine Begeisterung für den Fußball begann schon früh: Gemeinsam mit meinem Vater fuhr ich regelmäßig ins Stadion. In der Grundschule spielte ich viel mit Mitschülern, die bereits aktiv in Krevese Fußball spielten – so fand ich meinen Weg in diesen Sport.
Du bist gleichzeitig Spielerin und Schiedsrichterin – was reizt dich an dieser besonderen Kombination?
Die Kombination bietet mir zwei unterschiedliche Perspektiven auf das Spiel. Gleichzeitig kann ich meinen Verein auf mehreren Ebenen unterstützen.
Welche Unterschiede nimmst du zwischen der Perspektive auf dem Spielfeld und der als Unparteiische wahr?
Als Spielerin handelt man oft aus Emotionen und im Interesse des eigenen Teams. Als Schiedsrichterin hingegen ist Neutralität entscheidend – man trifft Entscheidungen auf Basis der Regeln und mit einem objektiven Blick auf das Spiel.
Was fasziniert dich am Schiedsrichterwesen besonders?
Mich faszinieren die Verantwortung und die Möglichkeit, ein Spiel aktiv zu leiten. Als ich angefangen habe, war es zunächst der Reiz, mein Taschengeld etwas aufzubessern und meinen Verein zu unterstützen. Mittlerweile schätze ich vor allem den Kontakt und den Austausch mit Spielern und Spielerinnen rund um das Vereins- und Fußballleben.
Du spielst im Männerbereich bei Krevese – wie wurdest du dort aufgenommen?
Seit fast zehn Jahren spiele ich in Krevese und habe dort meine sportliche Entwicklung maßgeblich geprägt. Der Übergang aus dem Jugendbereich in den Männerbereich, in dem ich bei Bedarf aushelfe, war für mich stets ein wichtiges Ziel und eine echte Herzensangelegenheit. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, offen aufgenommen zu werden – ein schönes Beispiel dafür, was auf Kreisebene möglich ist.
Welche Unterschiede erkennst du zwischen Frauen- und Männerfußball – sportlich und im Umgang miteinander?
Grundsätzlich steht bei beiden der Fußball im Mittelpunkt, dennoch gibt es Unterschiede in Wahrnehmung und Umgang. Der Männerfußball erhält deutlich mehr Aufmerksamkeit, während der Frauenfußball oft noch im Hintergrund steht.
Wie nimmst du die Entwicklung des Frauen- und Mädchenfußballs aktuell wahr?
In unserer Region wird der Frauenfußball leider noch nicht so stark wahrgenommen. Zudem sind die Wege für viele junge Mädchen zu größeren Vereinen oft zu weit, was die Entwicklung zusätzlich erschwert.
Was muss sich deiner Meinung nach noch verändern, um den Frauenfußball weiter zu stärken – auf und neben dem Platz?
Es geht nicht nur darum, Frauen „mitzunehmen“, sondern den Fußball insgesamt gerechter zu gestalten. Wenn Strukturen, finanzielle Mittel und Aufmerksamkeit fair verteilt werden, entwickelt sich die Qualität automatisch weiter.
Welche sportlichen Ziele verfolgst du aktuell – als Spielerin und als Schiedsrichterin?
Mit meinem Frauenteam möchte ich die Tabellenführung behaupten und auch in den kommenden Saisons erfolgreich bleiben. Als Schiedsrichterin ist es mein Ziel, die 20 Pflichtspiele zu erreichen und damit meinen Verein aktiv zu unterstützen.
Was würdest du jungen Mädchen raten, die mit Fußball anfangen möchten?
Bleibt dran und verfolgt eure Ziele mit Entschlossenheit. Mit Engagement, Leidenschaft und klaren Zielen lässt sich viel erreichen.
Wenn du den Frauenfußball mit drei Worten beschreiben müsstest?
Unterschätzt. Leidenschaftlich. Familiär.





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