U 14 in Lindow: klare Erkenntnisse und ein starker Zusammenhalt

Die ausschließlich mit Spielern außerhalb der Nachwuchsleistungszentren besetzte FSA-Auswahl traf in Lindow auf Gegner, die ihr insbesondere bei der anhaltenden Intensität des Spiels deutlich voraus waren. Einzelne gelungene Aktionen zeigten, dass die Spieler in erholten Phasen durchaus mithalten konnten. Schwieriger wurde es, diese Aktionen unter hohem Zeit- und Gegnerdruck häufig zu wiederholen und ihre Qualität über längere Spielphasen aufrechtzuerhalten.
Dabei griffen mehrere Bereiche ineinander: die Wahrnehmung von Mitspielern, Gegnern und Räumen, die darauf aufbauende Entscheidung sowie deren technische Umsetzung. Mit zunehmender Belastung gelang es der Auswahl seltener, sich rechtzeitig zu orientieren, passende Lösungen zu wählen und diese verlässlich auszuführen. Ein weiteres Lernfeld war die Vorbereitung der kommenden Fußballaktion. Häufig reagierten die Spieler erst, wenn sie selbst den Ball erhielten oder ein Gegenspieler in ihrer Nähe angespielt wurde. Sich bereits vorher zu orientieren, mögliche Entwicklungen zu erkennen und die eigene Position anzupassen, gelang noch zu selten. Dadurch entstand zusätzlicher Handlungsdruck.
Fußballfitness zeigt sich in wiederholten Aktionen
Die Unterschiede lassen sich anhand dreier Anforderungen der Fußballfitness einordnen: mehr Aktionen ausführen, die Häufigkeit der Aktionen aufrechterhalten und die Qualität guter Aktionen erhalten. Intensität bedeutet in diesem Zusammenhang mehr als viel oder schnell zu laufen. Gefordert ist, sich immer wieder am Spiel zu beteiligen: wahrnehmen, positionieren, entscheiden und umsetzen – auch bei kurzen Erholungszeiten zwischen den Aktionen. In dieser wiederholten Handlungsfähigkeit waren die Gegner der FSA-Auswahl deutlich voraus.
Die Beobachtungen geben Hinweise für die weitere Trainingsarbeit. Sie erlauben jedoch keine pauschalen Rückschlüsse auf die Trainingsqualität einzelner Vereine. Trainingshäufigkeit, Beteiligung, tatsächliche Spielzeit und die jeweiligen Wettkampfbedingungen unterscheiden sich. Eine systematische Erfassung dieser Voraussetzungen lag für das Turnier nicht vor.
Ein praktischer Impuls für das Vereinstraining
Für die Trainingsarbeit bietet die Trainingsphilosophie Deutschland einen gut umsetzbaren Ansatz: kleine Spielformen mit vielen Beteiligungsmöglichkeiten, hoher Nettospielzeit und wiederkehrenden Entscheidungen unter Gegnerdruck. Ein möglicher Trainingsblock besteht beispielsweise aus vier Durchgängen zu jeweils drei Minuten im Drei-gegen-Drei oder Vier-gegen-Vier, unterbrochen von kurzen Erholungspausen. Mehrere parallel aufgebaute Felder ermöglichen allen Spielern aktive Spielzeit. Bereitliegende Ersatzbälle helfen, Unterbrechungen kurz zu halten.
So entstehen regelmäßig Situationen, in denen sich die Spieler orientieren, Entscheidungen vorbereiten und anschließend handeln müssen. Umfang, Feldgröße und Pausen sollten dabei zum Alter, Leistungsstand und zur Belastbarkeit der jeweiligen Gruppe passen. Ziel ist, viele hilfreiche Fußballaktionen zu ermöglichen und deren Qualität zunehmend länger aufrechtzuerhalten.
„Denk! Nächste Aktion“ auch in schwierigen Momenten
Bei aller sportlichen Ernüchterung verdient das Verhalten der Mannschaft besondere Anerkennung. Die Spieler blieben sportlich fair, unterstützten sich und versuchten bis zum Schluss, den Gegnern Widerstand entgegenzusetzen. Den gemeinsamen Gedanken „Denk! Nächste Aktion“ setzten sie dabei immer wieder um: Fehler möglichst wenig emotional nachwirken lassen, den Blick erneut auf das Spiel richten und die nächste Aufgabe annehmen. Diese Haltung half ihnen, auch nach Rückschlägen weiter alles für die Mannschaft zu geben.
Mit dem Turnier endet der gemeinsame Weg dieser Auswahlgruppe. Die weitere Sichtung wird unter Einbeziehung der Spieler aus den Nachwuchsleistungszentren fortgesetzt. Für die Jungen bleiben Erfahrungen, die sie für ihre persönliche Entwicklung im Verein und am Stützpunkt nutzen können.
Die Spieler der Auswahl kommen aus folgenden Vereinen:
- FC Halle-Neustadt
- SV Arminia Magdeburg
- Turbine Halle
- Germania Wernigerode
- 1. FC Lok Stendal
- 1. FC Bitterfeld-Wolfen
- MSV Börde 1949
- VfB Germania Halberstadt
- SV Germania 99 Schönburg/Possenhain
- VfL Halle 96
- TuS Magdeburg
- FC Einheit Wernigerode
- VfB 1906 Sangerhausen
- Union 1861 Schönebeck
Der FSA dankt den Spielern für ihren Einsatz sowie den Eltern, Vereinstrainern und Stützpunkttrainern für die Begleitung und Unterstützung. Die Erfahrungen aus Lindow liefern konkrete Anknüpfungspunkte, um die weitere Entwicklung gemeinsam zu unterstützen.



