C-Lizenz Profilausbildung Jugend startet in Bitterfeld

Den Auftakt am Freitag gestaltete der ehrenamtliche FSA-Referent Stefan Schröter. Im Mittelpunkt standen zunächst die Menschen hinter der Trainerrolle. Mit verschiedenen Methoden zur Teambildung entwickelte die Gruppe gemeinsame Werte und erlebte ganz praktisch, wie solche Prozesse gestaltet werden können.
Der Mehrwert ging dabei bewusst über den Trainingsplatz hinaus. Die eingesetzten Methoden lassen sich ebenso für Mannschaftsabende, die Zusammenarbeit mit Eltern oder auch für gemeinsame Prozesse im Vereinsvorstand nutzen. Was später im eigenen Verein funktionieren soll, konnten die Teilnehmenden zunächst selbst erleben – und genau dadurch greifbar machen.
Darüber hinaus wurden bereits aus dem DFB-Basis-Coach bekannte Referenzmodelle aufgegriffen, reflektiert und für die weiteren Ausbildungstage eingeordnet. Spielkompetenzmodell, Spielphasenmodell und das GAG-Modell dienten dabei nicht als Theorie um der Theorie willen. Vielmehr halfen sie den Teilnehmenden, das eigene Training bewusster zu betrachten: Was möchte ich eigentlich erreichen? Was löst meine Trainingsform bei den Spieler*innen aus? Und passt das, was auf dem Platz passiert, tatsächlich zu meinem Trainingsziel?
Am Samstag wurde darauf aufgebaut. In der vom 1. FC Bitterfeld-Wolfen sehr gut vorbereiteten Lernumgebung begleiteten Stefan Schröter und Verbandssportlehrer Christian Stephan die Teilnehmenden durch einen anspruchsvollen Präsenztag. Ausgehend vom gemeinsamen Sitzkreis wechselten sich Gruppenarbeitsphasen, Trainingsplanung, praktische Umsetzung auf dem Platz und die anschließende Reflexion immer wieder ab. Die Schwerpunkte lagen auf dem Techniktraining, dem eigenen Verständnis von Technikvermittlung sowie auf Fragestellungen der Individualtaktik. Dabei ging es bewusst nicht darum, möglichst schnell vermeintlich richtige Antworten zu liefern. Vielmehr wurden unterschiedliche Sichtweisen sichtbar, bestehende Überzeugungen hinterfragt und auch eigene Wissenslücken offen angesprochen.
Genau darin liegt ein wichtiger Teil von Qualifizierung: Lernen beginnt häufig dort, wo wir feststellen, dass eine bisher sichere Antwort vielleicht doch noch eine zweite Frage verdient. Diese Haltung galt an diesem Wochenende für Teilnehmende und Referenten gleichermaßen. In einer wertschätzenden Lernatmosphäre entstand so ein Austausch, bei dem nicht nur Wissen vermittelt, sondern gemeinsam weiterentwickelt wurde.
Besonders erfreulich war dabei, dass Fragen innerhalb der Gruppe zunehmend auf Grundlage gemeinsamer Referenzen diskutiert und teilweise von den Teilnehmenden selbst beantwortet wurden. Die Ausbildung schafft damit Schritt für Schritt eine gemeinsame Sprache für Training und Coaching. Aus folgenden Vereinen setzt sich der Kurs zusammen:
- SV Dautzsch 63
- FSV Rot-Weiß Bad Schmiedeberg
- Oranienbaumer SV Hellas 09
- FC Stahl Aken
- VSG Oppin
- VfB Scharnhors Großgörschen
- ESG Halle
- Dessauer SV 97
- Turbine Halle
- SG Dölbau 90
- FSV Raßnitz
- Hallescher FC
- SG Union Sandersdorf
- Reideburger SV 1990
- SG Rot-Weiß Thalheim
- Post- u. Telecom SV Halle
- 1.FC Bitterfeld-Wolfen
Nach den ersten beiden Tagen ist die Vorfreude auf die kommenden Präsenzphasen entsprechend groß. Denn am Ende geht es bei allen Modellen, Methoden und Trainingsformen um etwas sehr Praktisches: Trainer*innen dabei zu unterstützen, bewusster zu handeln und ihren Spielerinnen und Spielern ein gutes Lern- und Entwicklungsumfeld zu bieten.



